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                      Krause Ideen, um die Welt zu verbessern


Start des Blogs: Dez 2011

Solar-Balkons für unsere Städte

Bisher lassen sich Solaranlagen fast nur nutzen, wenn man Hausbesitzer ist und eine Dachfläche zur Verfügung hat. Für die Millionen von Mietern in den Städten gibt es keine Möglichkeit, umweltfreundlich Strom zu erzeugen. Die einfache Lösung heißt: Balkons verwenden!

An den meisten deutschen Balkons hängen gruselig gemusterte Sichtschutz-Planen aus Plastik. Wenn man stattdessen Solarplatten benutzen würde, um den Balkon zu umkleiden, bekäme man so viel Strom, dass man zumindest sein Notebook, sein Smartphone und andere Kleingeräte aufladen könnte. Die passende Technik gibt es schon längst. In Outdoor-Shops werden kleine Solarplatten verkauft, damit man auch im Dschungel fern der Zivilisation nicht auf seinen Elektrorasierer verzichten muss. Oder man kann Rucksäcke bekommen, die mit Solarzellen überzogen sind. Wenn man mal ausrechnet, wie viel Elektroleistung im Vergleich ein ganzer Balkon bringen würde …



Die Pille gegen Machos??

Für „Die große Show der Naturwunder“ im Fernsehen wurde neulich ein interessantes Experiment gestartet. Frauen in verschiedenen Phasen ihres Eisprung-Zyklus bekamen Filmausschnitte mit Männertypen zu sehen – vom Supermacho bis zum seelenvollen Softie. Wie sich klar herausstellte, werden an fruchtbaren Tagen die harten Kerle bevorzugt, deren hoher Testosteronspiegel dafür spricht, dass die Fortpflanzung klappt. An unfruchtbaren Tagen dagegen fliegen Frauen auf Männer mit weichen Gesichtszügen, um möglichst liebevolle und verlässliche Langzeitpartner zu bekommen.

Ziemlich verrückt: Seit den Sechziger Jahren sind Frauen dank der Pille fast immer in ihrer „unfruchtbaren Phase“. Und genau seit diesem Zeitpunkt verliert der Macho-Typ in unserer Gesellschaft an Boden. Frauen wollen keine Alphamännchen mehr, sondern suchen sich Partner, die auch mal am Herd stehen und sich um die Kinder kümmern. - Ist die Gleichberechtigung der Frau also ein Ergebnis der Pille?

Nach dieser Theorie sorgen unsere künstlich veränderten Hormone dafür, dass Männer nur mit der sanften Masche eine Aussicht auf Erfolg haben. Deshalb wird unsere Gesellschaft immer mehr von „weiblichen Werten“ bestimmt. Wenn Frauen aufhören würden, sich selbst unfruchtbar zu machen … hätten wir dann bald wieder Zustände wie in den Fünfziger Jahren? Gäbe es in Deutschland autoritäre Zucht und Ordnung, in der kämpferische Härte verherrlicht wird und Frauen ohne Erlaubnis ihres Gatten nicht einmal den Führerschein machen dürften? Wenn man sich die menschliche Geschichte anschaut, sind solche Verhältnisse schließlich der Normalzustand und unsere heutige Gleichberechtigung eine absolute Ausnahme. Und in vielen nicht-westlichen Gesellschaften ist die Sache mit dem Führerschein bis heute so … aber dort nehmen Frauen ja auch nicht die Pille.



Die Tagesschau der guten Nachrichten

Zu den wichtigen Ereignissen in der Welt zählen Kriege, lügende Politiker, jährlich wiederkehrende Überschwemmungen und Verkehrsunglücke. Wenn man um 20 Uhr das Fernsehen einschaltet, lernt man vor allem eines: Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Man informiert uns, wenn ein Schulbus in Hinterkirgistan verunglückt ist, und filtert alles aus, was irgendwie Hoffnung wecken könnte. Anders können wir uns Nachrichten gar nicht mehr vorstellen.

Gibt es dafür einen erkennbaren Grund? Ich habe bisher keinen finden können. Durch die ständigen Schreckensbotschaften bekommen wir ein schräges, vergiftetes Bild der Welt, das wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. Ich wünsche mir eine Zeitung und eine Tagesschau, die halbe-halbe macht und genau so viele positive Meldungen bringt wie negative.

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, kommt hier eine Auflistung erstaunlich guter Nachrichten, die man in den Medien nur findet, wenn man intensiv danach sucht:


         - Die Tschechische Republik (unser direktes Nachbarland) hatte in den letzten fünfzehn Jahren
          ein atemberaubendes Wirtschaftswachstum von 250 %.

         - Egoistische Gesellschaft? Jeder dritte Deutsche spendet einen Teil seines Geldes für wohltätige
          Zwecke. In der Freizeit wird so viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, dass über 4 Milliarden Stunden
          dabei herauskommen.

         - In den Siebziger Jahren waren die Seehunde an unserer Küste fast ausgerottet. Dann einigten
          sich die Ostseeländer, gemeinsam das Wattenmeer unter Naturschutz zu stellen. Im letzten Jahr
          wurden vor Schleswig-Holstein 10.941 Seehunde gezählt.

         - Seit der Künstler und Demokratiekämpfer Edi Rama zum Bürgermeister der albanischen
          Hauptstadt gewählt wurde, hat sich Tirana von einer schmutzigen Plattensiedlungswüste in ein
          Gesamtkunstwerk verwandelt. Als preiswerte Maßnahme gegen die sozialistische Düsternis ließ
          er ganze Straßenzüge bunt anmalen und löste damit auch in anderen albanischen Orten einen
          Farbrausch aus.

         - In der Liste der Länder mit ungleicher Einkommensverteilung (Schere zwischen Arm und Reich)
          liegt Deutschland richtig weit hinten auf Platz 122.

         - Erinnert sich noch jemand an das Waldsterben und den Sauren Regen? Lange nichts mehr
          davon gehört ... Kein Wunder, denn seit den Achtziger Jahren gibt es eine Reihe von
          internationalen Abkommen zur Reinhaltung der Luft. Außerdem wurden Kohlekraftwerke und
          Müllverbrennungsanlagen in Deutschland gesetzlich gezwungen, ihre Abgase zu entschwefeln.
          Manchmal siegt eben doch die Vernunft!



Geniale Projekte zum Nachmachen I:
Die Gartenobstpflücker

In der Hamburger Obdachlosenzeitschrift "Hinz und Kunzt" wurde gerade eine Idee vorgestellt, die sich bestimmt zum Nachahmen eignet. Da Obstbäume heute eher zur Zierde gepflanzt werden, verrotten tonnenweise Früchte ungenutzt. Eine kleine Firma hat sich darauf spezialisiert, dieses Obst zu pflücken und als Saft zu verkaufen. Gartenbesitzer können sich dort melden und ihr Obst verschenken, und auch die Kirchen ziehen bereits mit und lassen die Äpfel von ihren Grünflächen unter dem Label "Gott sei Dank - Ernte aus Hamburgs Kirchgärten" zu Saft verarbeiten. Die Firma beschäftigt Menschen ohne Chancen auf dem 'normalen' Arbeitsmarkt, die nun durch den Verkauf des Saftes eigenes Geld verdienen können. Nähere Infos gibt es unter www.dasgeldhaengtandenbaeumen.de



Spekulation übers Spekulum

Sicher bin ich nicht die einzige Frau, die im Wartezimmer eines Gynäkologen Ähnliches empfindet wie James Bond, bevor er von Mr. Goldfinger in ein Becken mit elektrischen Aalen geschubst wird. Ich gebe offen zu, dass ich die empfohlene Vorsorgeuntersuchung höchstens alle zwei Jahre über mich ergehen lasse, weil ich mich öfter nicht dazu überwinden kann. Und jedes Mal stellt sich mir eine entscheidende Frage. Wieso muss ein Spekulum ausgerechnet aus kaltem, scharfkantigen Metall bestehen statt z.B. aus abgerundetem Weichplastik mit einer Schicht aus nach Schokolade duftendem Gleitgel? Es sollte doch möglich sein, ein Gerät auf den Markt zu bringen, das nicht den Charme eines mittelalterlichen Folterinstruments hat. Dann würden sich garantiert mehr Frauen regelmäßig auf Krebs untersuchen lassen.

Hier noch eine radikalere Idee: Wieso dürfen Frauen sich das Gerät nicht einfach selbst einführen wie einen OB, während sich der Arzt das Ergebnis auf einem Kamerabildschirm anschaut und höflich sagt: „Jetzt bitte noch ein bisschen nach links … und oben rechts …“ Das wäre weniger peinlich und weniger schmerzhaft. Und man würde sogar Frauen die Vorsorgeuntersuchung ermöglichen, die aus kulturellen Gründen ein (sehr verständliches) Problem damit haben, dass eine fremde Person an ihrem Intimbereich herumfummelt.



Politikverdrossen?
Wähl deine Volksvertreter im Internet

Der Zustand unserer Demokratie ist ziemlich jämmerlich. Immer weniger Menschen gehen zum Wählen, man traut den Politikern 'da oben' nicht über den Weg und hat das Gefühl, sowieso nichts verändern zu können. Dabei gibt es inzwischen eine wunderbare Technik, mit der jeder Bürger ohne großen Aufwand solche Volksvertreter wählen könnte, die ihn überzeugen und denen er vertraut … nämlich das Internet. Unser Wahlsystem mit Zettel und Stift kann man wirklich nur als mittelalterlich bezeichnen, und es verbaut jede Menge Chancen zur Veränderung. Hier kommt ein Konzept, wie man mit Hilfe des Internets die Wahlbeteiligung wieder erhöhen könnte:

1) Oft ist der „lästige“ Gang zum Wahllokal für Menschen mit Zeitmangel schon ein Grund, auf die eigene Stimme zu verzichten. Durch eine Stimmabgabe per Internet könnte man bequem von zu Hause aus wählen. (Zusätzlich sollte es wie bisher die Briefwahl geben, damit sich auch Menschen beteiligen, die mit dem Internet zu wenig vertraut sind.)

Bei der Internetwahl gelangt man mit einem individuellen Passwort zu seinem Wahlzettel mit den KandidatInnen. Jeder Name ist als Link gestaltet, den man anklicken kann, um mehr über die Person zu erfahren. Dazu haben alle KandidatInnen einen einheitlichen Fragebogen ausgefüllt und ins Netz gestellt, der z.B. folgende Rubriken enthält: Name, Alter, Beruf, Foto, kurzer Lebenslauf, politisches Hauptanliegen, persönliche Ergänzungen, Kontaktbutton für weitere Fragen. Dadurch haben die WählerInnen die Möglichkeit zu einer echten Personenwahl und fühlen sich nicht von einer gesichtslosen Clique regiert, auf die sie keinen Einfluss haben.

Zusätzlich kann ein Link zum seit der Bundestagswahl 2002 erfolgreich eingesetzten „Wahl-O-Mat“ angeboten werden, der die Entscheidung zwischen den Parteien erleichtert und besonders die jungen BürgerInnen zur Wahl motiviert.

2) Die Briefwahl und Internetwahl findet nicht an einem einzigen Stichtag statt, sondern die WählerInnen haben eine längere Frist (z.B. zwei Wochen), um ihre Entscheidung einzusenden. Dadurch haben sie mehr Ruhe, sich mit den KandidatInnen zu beschäftigen, mit Freunden und Bekannten zu diskutieren, Fragen zu stellen. Es entsteht eine lebendige Demokratie. Die längere Zeitspanne vereinfacht die Wahl für BürgerInnen, die sonst überfordert wären, z.B. weil sie nicht fließend Behördendeutsch verstehen oder eine Leseschwäche haben.

Mögliches Problem dieses Konzepts:
Zwar wird heute fast alles über das Internet abgewickelt, der Urnengang im Wahllokal ist aber immer noch die einfachste Möglichkeit, Wahlbetrug zu verhindern und die Anonymität der Wähler zu wahren. Bei einer Internetwahl müssten entsprechende technische Sicherheitsvorkehrungen entwickelt werden. Um zu testen, wie das Ganze funktioniert, muss man ja nicht gleich die Bundeswahl nehmen, sondern kann mit Regionalwahlen in einem zukunftsoffenen Landkreis anfangen.



Geniale Projekte zum Nachmachen II:
Sprachlehrer aus Entwicklungsländern

Wenn man Spanisch, Französisch oder Chinesisch lernen will, sind ausgiebige Gespräche in der Landessprache auf jeden Fall die wirkungsvollste Methode. Das Non-Profit-Unternehmen Glovico.org vermittelt ausgebildete SprachlehrerInnen aus Ländern wie Venezuela, Burkina Faso oder Afghanistan, mit denen man sich per Skype unterhält. Der Einzelunterricht kostet unter zehn Euro pro Stunde. So entstehen Arbeitsplätze für den Mittelstand in Entwicklungsländern, und man bekommt zusätzlich zum normalen Unterricht auch noch spannende Einblicken in fremde Kulturen.



Wer verspeist schon seinen Dackel?

Können Sie sich vorstellen, Ihre Katze zu essen? Oder ihren gescheckten Rappen Ferdinand mit der liebevoll geflochtenen Mähne? Vermutlich nicht.

Merkwürdigerweise kommt uns bei der Vorstellung, Haustierrassen in die Pfanne zu hauen, der Magen hoch. Dagegen haben wir keinerlei Probleme mit dem Braten von Kälbchen, Schafbabys und Spanferkeln. Wieso? Ist doch unfair! Diese Tiere sind genauso intelligent. Wenn wir sie in der Wohnung halten würden, kämen sie vertrauensvoll zu uns, um gestreichelt zu werden, und würden uns anhimmeln, wenn wir mit ihnen spielen. Schweine haben sogar ein Ich-Bewusstsein und können sich im Spiegel erkennen, so wie sonst nur Menschenaffen, Delfine und Elefanten. Probieren Sie das mal mit Ihrem Waldi!

Man muss ja nicht gleich Radikalvegetarier werden. Aber zumindest wäre es nur gerecht, sich darüber Gedanken zu machen, was für Fleisch man isst. Muss es wirklich Billigware aus der Massenzucht sein, wo die Tiere wie Industriemüll behandelt werden? Und vielleicht greift man öfter zu weniger hoch entwickelten Geschöpfen, zum Beispiel Fischen oder Krustentieren. Die merken davon hoffentlich nicht ganz so viel.

Fleisch sollte ein besonderes Nahrungsmittel sein, das man würdigt, statt es beiläufig zwischen die Nudeln zu schmeißen. Es tut nicht weh, ab und an darauf zu verzichten. Im Übrigen dürfte es sich inzwischen herumgesprochen haben, das Fleischkonsum der Klimakiller Nr. 1 ist. Eine Kuh produziert fast so viel klimaschädliches Gas wie ein Geländewagen. Für den Futteranbau werden massenweise Wälder gerodet, denn die Hälfte der weltweiten Getreide- und Sojaernte wird inzwischen von Schlachtvieh gegessen statt von Menschen. Um ein Kilo Rindfleisch „herzustellen“, braucht man 15.000 Liter Wasser.



Angststörungen durch Großstadt-Smog?

Ein kleiner Artikel in der Zeitschrift „Gehirn und Geist“ berichtet, dass sich im emotionalen Zentrum unseres Gehirns - der so genannten Amygdala, die auch Mandelkern genannt wird – ein sehr einfacher Reiz auslösen lässt. Wenn man den ph-Wert der Zellumgebung senkt und damit so tut, als würde der Kohlendioxid-Anteil der Luft steigen, reagieren Säugetiere mit Panik. Offenbar meldet ein uralter Instinkt, dass Erstickungsgefahr droht. Bei Menschen beginnt das Angstzentrum auf die gleiche Weise ständig ’Gefahr, Gefahr!’ zu funken, wenn die Luft zu viel CO 2 enthält.

Da sich in Deutschland zurzeit Angst- und Panikstörungen breit machen – in den Medien ist das Thema ’Burn-Out’ ein Dauerbrenner – sollte man bei der Ursachenforschung vielleicht auch in diese Richtung schauen. Möglicherweise befindet sich unser Mandelkern unter Dauerstress, weil wir ständig eine mit Autoabgasen getränkte Luft atmen? Ein guter Grund, selbst weniger CO2 in die Umgebung zu blasen und auf öffentliche Verkehrsmittel oder Carsharing umzusteigen.



Suppenfrust

Okay, man kann ja nicht immer nur über Weltbewegendes schreiben. Ich gebe zu, meistens interessieren mich die alltäglichen Nervereien entschieden mehr als das Ozonloch oder der Zustand unserer Demokratie. Zum Beispiel habe ich mir gestern eine leckere Nudelsuppe gekocht. Als ich sie aus dem Topf schütten wollte, ist wie immer der letzte Rest auf die Herdplatte gepladdert. Laut Naturgesetz ist es nämlich unmöglich, eine Flüssigkeit langsam aus einem runden Gefäß zu gießen, ohne dabei eine Riesensauerei zu veranstalten. Deshalb wünsche ich mir, das alle Töpfe in Zukunft mit Tülle hergestellt werden. Noch besser wäre eine Topfform, die an einen Wasserkocher erinnert, also vorne spitz zulaufend. Dann wäre das Abgießen ganz leicht. Außerdem könnte der Dampf entweichen und niemand hätte mehr das typische Nudelkochproblem, dass der Deckel auf- und niederscheppert und das ganze Gebräu überkocht, bevor man es verhindern kann.